Zwischenergebnis als Endergebnis

Zu dritt standen sie gestern im Atelier „Zelle k4“: Boris der Maler, Rudolf der Bildhauer und Juergen. Ich kam dazu.

Und Juergen versuchte beiden zu erklären, dass er momentan seine Holzschnitte, die aus digitalen Zeichnungen entstanden sind, konsequent und pflichtbewusst seit Wochen umsetzte, obwohl die Arbeit bisweilen keinen Spaß mache, sondern halt Arbeit sei, und dass ihm dabei aber immer wieder durch den Kopf gehe, wie er dieser alten Technik etwas Weiteres abgewinnen wolle, so dass die Ergebnisse nicht altbacken, eben holzschnittmässig seien, sondern zeitgemässer erschienen. Sie sollten auch sein eigenes Markenzeichen haben. Deshalb verwende er ja auch oft die verbliebenen Druckstöcke als Wandobjekte.

Er meinte weiter, ihm sei dabei aufgefallen, dass die Zwischenergebnisse des Druckprozesses, das Unfertige, das Flächige, das noch ohne Tiefe, dass dieses auf ihn eine große Anziehung ausübe. Und dass er sich beim nächsten Male wohl auf dieses Experiment einlassen werde, ausgehend von der Zeichnung, den Druckprozess irgendwann zwischendurch abzubrechen und das Zwischenergebnis als Endergebnis zu nehmen. Den Rest müsse der Betrachter machen. Ihm genüge der Reiz des Zwischenergebnisses, das Unfertige.

Boris der Maler meinte, dass ihn die Bilder interessieren würden, die ihn auf Entdeckungsreise schicken. Er hatte Zweifel, das Zwischenergebnisse als Endergebnis das können. Und Rudolf der Bildhauer sah keine Notwendigkeit zu einem solchen Unterfangen, da die Holzschnitttechnik eben so sei wie sie sei und mehr nicht zulasse. Alles andere sei moderner Hokuspokus und konstruiert. Effekthascherei!

Ich staunte.

Buchalov

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