Hockney 1

Juergen legte los, sobald wir auf der Autobahn waren. Ich fuhr, er saß daneben und als wir Köln verließen, meinte er, dass es ja über die Hockney-Ausstellung einiges zu sagen gäbe. Wir hatten nämlich im Museum Ludwig dessen Landschaftsbilder in der Ausstellung „a bigger picture“ angeschaut.

Juergen redet gar nicht von den IPad – Bildern, sondern davon, dass er von einer Farbigkeit umgeben gewesen sei, die ihn an die naive Malerei erinnert habe, die er aus dem jährlichen Apothekenkalender kenne. Man sei regelrecht eingetaucht in Farbe und Landschaft und Größe und Raum.  Aber dennoch sei das hier ganz anders als Naive Malerei gewesen, weil man die Entstehung der Bilder über die ganzen Jahre anhand der Skizzenbücher und der vielen Versuche genau hätte verfolgen können.  Und weil das emotional war. Das sei ja eigentlich ein konzeptioneller Ansatz gewesen, den Hockney da verfolgt habe. So was gefällt Juergen nämlich, konzeptionelle Ansätze in der Kunst. Und die Riesenformate hätten auch ihren Teil zu dieser Besonderheit dazu gegeben.

Und die Landschaft als Motiv hatte ihn mehr als überzeugt. Ihn würde es nicht wundern, wenn das jetzt verstärkt als Thema in der Malerei von heute Einzug halten würde. Das sei auch deshalb so fesselnd gewesen, weil die besonderen Punkte oder Orte in der Landschaft in der Sicht der vier Jahreszeiten, aber auch mit so unterschiedlichen Techniken in großer Vielfalt dargestellt wurden. Auch die Filme hätten da, verstärkt durch ihr Slowmotion, große Eigenständigkeit bewiesen. Das wäre schon sehr beeindruckend gewesen. Und man habe gespürt, dass da einer zurückgekommen sei, zurück zu seinen Wurzeln. Zeichnerisch und geografisch.

Natürlich habe das alles auch was stark Dekoratives gehabt. Sogar der Anstrich der Museeumswände wäre in dem dunklen Rot so gewählt worden, dass die Strahlkraft der Bilder gesteigert worden wäre, um den schmückenden Charakter der Bilder noch zu steigern. Aber das Dekorative sei ja in die Kunst zurückgekehrt und Hockney leiste da jetzt auch seinen Teil. Was solle man auch gegen Dekoration sagen?

Und von da kam Juergen dann auf die Tradition, in der sich Hockney bewege – wie stark das Zeichnerische deutlich geworden sei – wie unverkrampft er an die Motive rangehe – wie er sich beim Malprozess über die Schulter schauen lasse. Und und und. Er werde wohl nicht umhinkommen, sich den Katalog zu kaufen.

Buchalov

For my english readers:

We had seen the pictures of David Hockney in his show „a bigger future“, in the museum Ludwig in Cologne.

Juergen did not talk about the iPad – pictures, but about the fact, that he was surrounded by a colorness, which reminded him on naïve paintings, that he knew from the annual calendar of pharmacies. But this here was  more different, because the origin of the images over the years, based on Hockneys sketch books, and the many attempts to design, that could pursue. And the large formats had also given their share of this peculiarity too.

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4 Gedanken zu „Hockney 1

  1. Hallo Jürgen, ja konzeptionelle Ansätze in der Kunst begeistern mich auch immer wieder.
    Zu Slowmotion kann ich dir nur 24 Stunden Psycho von Douglas Gordon, dem Turner Preisträger, empfehlen. Kennst du das Werk?
    Es ist erstaunlich, wie man mit Slowmotion einen Film verändern kann. Wir haben uns bei einer Diskussion gefragt, wie man diese 24 Stunden präsentieren kann. Und ob man als Rezipient wartet und wartet, weil man die Duschszene nicht verpassen will? Auf youtube gibt es natürlich genau diese Szene aus 24 Stunden Psycho 1.000 und 1 mal….
    Grüße von Susanne

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