husch husch #17 – 2014

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„vorbeigehuscht“

Buchalov

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7 Gedanken zu „husch husch #17 – 2014

  1. Interessante Frage: Muss man ein Foto am Computer „verbessern“?

    Was bedeutet überhaupt: „verbessern“?

    Vor 30 Jahren fing ich an, zu fotografieren. Schwarz-Weiß mit einer Spiegelreflexkamera. Irgendwann entwickelte & vergrößerte ich meine Filme & Bilder selbst. Beeinflusst von Otto Steinert probierte ich in der Dunkelkammer alles aus, was die Technik hergab: Pseudosolarisation, Fotogramm, unterschiedliche Papiere usw. „Bessere“ Bilder wurden das in den meisten Fällen nicht. Aus heutiger Sicht.

    Irgendwann vor 25 Jahren verkaufte ich das ganze Zeug & konzentrierte mich auf die Malerei & die Zeichnung.

    Mittlerweile knipse ich wieder seit einigen Jahren. Digital. Bildbearbeitung per Photoshop mache ich nicht. Will ich nicht. Witzigerweise.

    Ich sehe was, halte drauf, drücke ab. Das Ergebnis ist ein Bild. Egal, ob es nun ein gutes oder schlechtes Bild ist, ich kann es nicht verbessern. Das Ergebnis ist immer perfekt. Das Zusammenspiel von Hardware & Software, Optik & Programm hat sich zum Zeitpunkt des Abdrückens für eine Blende, eine Belichtungszeit, für einen bestimmten Weißabgleich entschieden. Oder ich habe es irgendwie manuell eingestellt. Das Ergebnis ist ein perfektes Bild. Perfekt verwackelt, perfekt unscharf, perfekt unter- oder überbelichtet, perfekt flau, perfekt beschissen oder perfekt gut. Mein Blick auf einen Gegenstand ist immer ein anderer als der Blick durch das Objektiv auf den Gegenstand. Das Ergebnis des Abdrückens ist ein Kompromiss aus meiner Sicht, meiner Idee & der Einstellung der Kamerea, meines Wekzeugs. Wobei meine Kamera eben immer perfekt ist. Und ich wackele, zittere, stelle „falsch“ ein, fotografiere zum „falschen“ Zeitpunkt …

    Wenn ein Bild meinen Ansprüchen nicht genügt, lösche ich eben die Datei. Auch wenn das Bild perfekt ist.

    Verbessern meint, aus meiner Sicht, zunächst mal nix anderes als: verändern. Oder manipulieren. Eine Realität aufhübschen oder verschlimmbessern.

    Auf alle Fälle ist es nach dem „Verbessern“ ein anderes Bild als das, was die Kamera meint.

    Legitim.

    • Hallo Armin!
      Schön von Dir zu hören.
      Was soll ich sagen: der Kommentar hätte von mir sein können. Danke!
      Aber in einem Punkt denke ich anders: Ich lasse für mich die Bearbeitung als Form der Manipulation zu. Dies mache ich allerdings abhängig von der Absicht, die mit diesem Bild verbunden ist. Und wenn ich dann eingreife beziehen sich die Veränderungen auf die Wahl von Bildausschnitten, Farbveränderungen wie Sättigung und Kontrast und das war es dann schon.
      Für mich hat auch ohne Bearbeitung jedes Bild seine Berechtigung und gerade die so trashig daherkommenden Aufnahmen finden meine besondere Aufmerksamkeit – die finde ich stets am interessantesten. Was gar nicht geht wird gelöscht.
      Ich fotografiere auch fast nur noch mit dem iPhone, aus der Hüfte, im Vorbeigehen, schnell, zügig, mehr intuitiv. Ich mache mir da – nicht wie früher – so viele Gedanken und halte drauf.
      LG, bis bald
      Juergen

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