auf mehr hoffen

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Hermann, der Vernetzer hat immer Freitags von 11 bis 13 Uhr seine Malschülerin zu Gast. Mit einer Tasse Kaffee in den Händen schauen Juergen und ich den Beiden schon mal über die Schulter. Dann unterhalten wir uns.

Seine Schülerin hatte letztens eine Ausstellung in der Sparkasse. Es sei ein Anfang gewesen und ein Einsteig, der vielversprechend gewesen sei und auf mehr hoffen lasse. Sagte sie. Sie sei froh, es gemacht zu haben. Jetzt könne es so weitergehen. Verkauft habe sie nichts, aber es habe gute Gespräche gegeben. Eine Ausstellungsvergütung oder einen Ankauf habe sie nicht erhalten. Und die Kosten für Transport, Hängung, sonstiges Material habe sie selbst getragen. Aber in der Summe sei sie zufrieden, da sie jetzt einen Fuss in der Tür habe.

Juergen hat seine Kaffeetasse ausgetrunken und dann sind wir wieder in „Zelle k5“ gegangen.

Buchalov

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16 Gedanken zu „auf mehr hoffen

  1. Ohne Worte!
    So kann ein Künstler, der von seiner Kunst lebt, nicht denken.
    Wenigstens ein Ausstellungshonorar oder ein Ankauf von Seiten der Sparkasse hätte es geben müssen.
    Die Schülerin hat weit unter dem Mindestlohn gearbeitet; ja sie hat noch Kosten gehabt!

  2. Eine kleine Geschichte, selbst erlebt. Ich bekam dieses Jahr eine Anfrage zu einer Ausstellung in einem Cafe mit angeschlossener Galerie. Auf meine Frage was ich den als Honorar für die Ausstellung meiner Bilder bekäme wurde mir geantwortet. Natürlich nichts, ich könnte mich doch glücklich schätzen dort ausstellen zu dürfen. Ich habe dankend abgelehnt. So sieht es leider nur allzu oft aus.
    LG Bine

  3. Ich kenne das zur genüge und im Grunde ist es eine Frechheit alle Kosten auf den Künstler abzuladen / immer auch mit der Hoffnung etwas zu verkaufen. Traurig finde ich das und immer noch Praxis. Oft genug sind künstler auch nur Beiwerk / Verschönerungsgesellen für meistens noch lau.

  4. Ein besonders krasser Fall, die besagte Sparkasse, niemand dort hat sich für sie interessiert, außer im Vorfeld, da hat man ihr Honig um die Schnüss geschmiert, wir haben da ca. drei Std. gehängt, niemand hat uns mal einen Kaffee oder ein Wasser angeboten. Da wusste ich Bescheid. Da von „Fuß in der Tür“ zu sprechen, ist grenzenlos naiv, für die Vita sind Sparkassen ein ’no-go‘ sowieso; traurig traurig. Ausstellungshonorare? Ob ich das noch erleben werde? Zuletzt ist eine rot-grüne Justizministerin ‚weggeknickt‘ wegen der armen Kunstvereine…

  5. Ausstellungshonorare? Gibt es sowas im wahren Leben? Doch, wirklich, hat das mal eine(r) erlebt? Ein paar schöne Bilder über dem Käsebuffet bei einer Weinprobe platzieren lassen (Künstler darf dann an einem Tag auf- und abbauen) oder als Eindampfobjekt im Rauchercafe, damit die Wände schön verziert sind… da gibt es ja viele Ideen (die man nicht umsetzen muss). Die letzte, nicht angenommene Variante: eine Ausstellung in einer Klinik in Süddeutschland: Platz ist über den Wäschespinds der Schwestern (in ca. 3m Höhe), neben dem Feuerlöscher, hinter einem vertrocknenden Ficus, über dem gelben Briefkasten, in einem dunklen Verwaltungsflur und hinter der Essensausgabe im Klinikcafe….

  6. Ich kämpfe schon seit Jahren gegen diese Missstände,. Wo es geht, suche ich das Gespräch mit Ausstellungsmachern. Manchmal auch die Diskussion & die Auseinandersetzung. Meistens stoße ich auf Verständnis. Manchmal aber auch auf Ignoranz.

    Manchmal muss man einfach nur fragen: Wie sieht es aus mit: Transport, Versicherung, Vergütung, Ankauf …

    Anbei ein Link zum BBK: http://www.bbk-bundesverband.de/fileadmin/ausstellverg/leitlaufwandausstell.pdf

    Und noch ein Link zur Broschüre „Leitlinie zur Vergütung von Leistungen Bildender Künstlerinnen und Künstler im Rahmen von Ausstellungen“: http://www.bbk-bundesverband.de/index.php?id=915

    Besorgt Euch die Broschüre, nehmt sie mit als Grundlage für Verhandlungen! Beschissene Ausstellungsmöglichkeiten gibt es wie Sand am Meer. Anprangern! Immer wieder anprangern! Und die Finger davon lassen.

    Anbei noch zwei Links zu meinem Blog (Dir sind sie wohl bekannt, lieber Jürgen):
    http://arminrohr.blogspot.de/2012/11/crailsheim.html
    http://arminrohr.blogspot.de/2015/04/so-oder-so-ahnlich-nachtrag.html

    Anstelle tagelang für nichts & wieder nichts irgendwo Bilder auf- & abzuhängen, sollten Künstler lieber im Atelier arbeiten. Oder Kaffee in der Sonne trinken.

    Oder einfach mal nichts tun.

  7. eine traurige Diskussion. So war es, so ist es, so wird es sein. Darüber können auch die Meldungen über Millionen-Verkäufe in Auktionen nicht hinwegtäuschen. Die finden meist erst nach dem Hinscheiden des Künstlers statt. Ein/e arme/r, gesellschaftlich nicht vernetzte/r Künstler/in finanziert sich und seine/ihre Arbeit selten durch Verkäufe, häufiger durch Stipendien, den Lohn der Ehefrau-des Ehemanns, Erbe, Unterrichtstätigkeit, gelegentlich auch einen Preis nach gewonnenem Wettbewerb.

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