Haut

Haut

(aus dem Zyklus „Haut, Gift, Hemd – wer will schon so wie Herkules sterben“, woodcut, Januar 2016)

Buchalov

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6 Gedanken zu „Haut

  1. gefallen mir sehr, besonders das erste.
    Aber zu Herakles (römisch Herkules) eine notwendige Richtigstellung: seine Frau Deianeira ahnte nicht, dass das Hemd vergiftet war. Das Gift kam durch das Blut des Kentaur Nessos in die Salbe. Und wie kam das Gift in das Blut des Nessos? Durch Herakles. Denn als Herakles die schöne Deianeira heiraten wollte, musste er mit ihr über einen Fluss. Dort diente der Kentaur Nessos als Fährmann. Als der mit Deianeira auf dem Rücken abhauen wollte, schoss Herakles einen vergifteten Pfeil auf den Brauträuber. Sterbend empfahl Nessos der Deianeira, von seinem Blut zu nehmen und daraus eine Salbe zu machen, um Herakles, für den Fall, dass der mit einer anderen Frau ginge, diesen zurückzugewinnen. Eine Liebessalbe.
    Herakles starb also an dem Pfeilgift, das er selbst ausgesendet hatte, um einen Rivalen (Nessos) zu erledigen. Seine Frau erhängte sich, als sie merkte, was sie angerichtet hatte (Von wegen Eifersuchtsmord!). Das Pfeilgift stammte von Hydra, der vielköpfigen Schlange, die Herakles im Rahmen seiner 12 Aufgaben erlegte.
    Moral von der Geschicht: Alles, was du tust, kehrt zu dir zurück.Die Griechen kannten sehr wohl das Gesetz des Karma.

    • Genau so ist es, liebe Gerda. Vielen Dank für die Ergänzungen. Ich bin über Händels Oper „Herkules“ auf den Stoff gestoßen. Die schicksalhaften Verstrickungen fand ich wie immer in den griechischen Sagen mehr als spannend. Das hat mich schon als Junge gefesselt.
      Mich hat in diesem Falle allerdings weniger das „Gesetz des Karma“ fasziniert. Mir ging es mehr um das Materielle und seine Zeitgemäßheit von „Haut, Gift und Hemd“ – Stoffen also, die uns ständig umgeben. Ich sehe da im übertragenen Sinne aktuelle Bezüge.
      Momentan ruht aufgrund meiner Reisetätigkeit das Thema. Es wird aber mit Sicherheit bei passender Gelegenheit, spätestens im Winter, weiter aufgearbeitet werden.
      Liebe Grüße Juergen

      • ich sehe, ja. Spannend.
        mein Kommentar bezog sich mehr auf den anderen Kommentar (Selbstmord, Eifersuchtsmord).

  2. und noch eine Ergänzung: Herakles starb nicht. Er wurde vom Scheiterhaufen lebend in den Götterhimmel erhoben und unsterblich gemacht. Seine Unsterblichkeit erhielt er im Austausch gegen die Unsterblichkeit des Kentauren Cheiron, seines Lehrers. Der war versehentlich von Herakles mit eben dem Pfeilgift verletzt worden und konnte nicht sterben – bis er seine Unsterblichkeit gegen die Sterblichkeit des Herakles tauschte. (Cheiron war der große Lehrer aller Helden, u.a. Orpheus, die mit der Argo losfuhren, um das goldene Fließ aus Kolchis zu holen.)

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