Gleichgültig, was man tut …

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Juergen heute:

Wenn man nicht von der Kunst leben müsse, werde man als Künstler nicht ernst genommen.

Wenn man von der Kunst nicht leben könne und in prekären Verhältnissen lebe, werde man als Versager wahrgenommen.

Wenn man geerbt habe und Kunst mache, werde man als Privatier eingestuft, aber nicht als Künstler.

Wenn man sage, man sei kein Künstler und suche nur nach Formen, um das Leben zu begreifen, wird man als Spinner oder Trittbrettfahrer oder Hobbykünstler eingestuft.

Wenn man eine Frührente bezieht und als Künstler lebe, wird einem unterstellt man habe sich diese Rente erschwindelt.

Gleichgültig was man tut und sagt, …

Juergen hatte wirklich einen dicken Hals als er dies heute morgen verbittert zu mir sagte. Und ich weiß, dass diese Beschreibungen nicht erfunden sind, sondern das er konkret  Personen aus seinem Umfeld vor Augen hatte.

Buchalov

 

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20 Gedanken zu „Gleichgültig, was man tut …

  1. Nicht ärgern, auch wenn es wirklich viele Menschen gibt, die so denken: Jürgen soll das abstreifen. Das ist deren Problem (sag ich so locker vom Hocker, ich weiß, man ärgert sich dennoch). Aber Hauptsache: Jürgen macht seine Kunst mit Freude. Jürgen macht seine Kunst Freude. Und Jürgen bleibt ein Lebenskünstler – seit wann machen die etwas, um konventionelle Erwartungen zu erfüllen? Sch… drauf!

      • Gut gebrüllt Löwe!
        Lieber Volker, besser hätte man es nicht schreiben können. Auch den Hinweis auf das autodidaktische Vorgehen und seine Bedeutung im kreativen Prozess fand ich sehr hilfreich.
        Liebe Grüße Juergen

      • Gut gebrüllt Löwe!
        Lieber Volker, besser hätte man es nicht schreiben können. Auch den Hinweis auf das autodidaktische Vorgehen und seine Bedeutung im kreativen Prozess fand ich sehr hilfreich.
        Liebe Grüße Juergen

  2. Was interessiert mich das Geschwätz der Leute. Egal wie man sich als Künstler in der Welt bewegt, man wird grundsätzlich kritisch beäugt. Noch schlimmer finde ich, wenn klassisch ausgebildete Künstler sich als die besseren Künstler sehen, als die die sich autodidaktisch ausgebildet haben. Am Ende zählt das Ergebnis und das ist nicht monitär zu bewerten, sondern als Werk in seinem Umfeld. Unabhängig aus welchem Status heraus es geboren wurde. Entscheidend ist, dass derjenige der es schafft, kontinuierlich und mit eigenem Anspruch an seinen Dingen arbeitet. Ob es Kunst ist, ob man damit Künstler ist entscheiden diejenigen, die diese Schubladen brauchen. Es muss einfach raus aus einem und genau so, wie es dann zu sehen ist und dann ist es gut. Das Kind wird in die Welt entlassen, es muss sich selbst bewähren.
    Ich hatte vor ein paar Jahren bei einer Arbeitswoche zu japanischer Druckgrafik ein gutes Gespräch mit Franzosen und Schweizern, genau über dieses Thema, und musste feststellen, dass denen diese Problematik fast unbekannt war. Denn dort geht es vorrangig um das entstandene Werk.
    Also einfach weitermachen, die Leute mit ihren vorgefertigten Meinungen wollen eh nicht überzeugt werden.
    Sonnige Grüße
    Volker

    • Gut gebrüllt Löwe!
      Vielen Dank Volker für Deinen Kommentar, dem an Richtigkeit nichts hinzuzufügen ist. Den Hinweis auf die autodidaktische Ebene des kreativen Prozesses fand ich hilfreich.
      Liebe Grüße Juergen

  3. Ich finde mich darin auch wieder, haha, nur was soll es? Die, die von der Kunst leben müssen, müssen sich anhören ’sie machten dies doch nur wegen der Kohle…‘ und so weiter. (Und dann kommen noch die mit der Frage: „Für so was muss man studieren?“)
    Neid, vermute ich mal… tief durchatmen – weitermachen….

  4. Und was sagt Jürgen? Is er nu ein Künstler oder nich? wa? Oder doch ein Rentier. Hat Susanne ihn nicht mal als Rentier gezeichnet, oder doch eher als Elch? Mir is so als wars ein Elch.
    Pardon, ich bin grad etwas veralbert. Dir fehlt eine Rubrik: malende Ehefrau. Die hat auch was. LG Gerda

    • Liebe Gerda!
      Der Hinweis auf die malende Ehefrau ist gut, das gefällt mir.
      „Künstler sein“ ist ja die Schublade, in die einen andere hineinstecken, damit sie mit einem umgehen können. Ohne Schubladen geht es ja nicht, glaubt man.
      Ich selbst sehe mich nicht in dieser Schublade, und will auch nur ungern in Schubladen gesteckt werden.
      Gruss Juergen

  5. es muss raus, was drin ist, in welcher Form auch immer noch und wenn dann manche meinen, dass das Kunst sei, gut, wenn andere meinen, dass es keine Kunst sei, gut …
    „lass die Leute reden, sie haben ja nichts besseres zu tun“- sangen schon die Ärzte
    wir leben, wir arbeiten und erarbeiten, wir schaffen und erschaffen und es ist immer die Reise einer und eines jeden …
    herzliche Grüsse
    Ulli

  6. Lieber Jürgen,

    gerade in Deutschland zählt die bescheinigte und verbriefte Ausbildung und es gibt unerhört viele Konventionen. Nicht nur für die Kunst, sondern für alle Berufe. Die Kunst-Konventionen sind fast gleich auch in den Geisteswissenschaften zu finden. Im Handwerk darf nur der ein Geschäft eröffnen, der einen Meisterbrief besitzt, egal wie geschickt er frisiert oder sie malert und die Zugehörigkeit zur Innung ist wichtig.
    Wie ernsthaft jeder seine Kunst betreibt und als was er sich selber sieht, als Künstler, Hobbyist oder als etwas ganz anderes, diese Entscheidung trifft jeder selber.
    Ich bin überzeugt davon, dass man die Vermarktung der Kunst von der Erstellung der Kunst trennen muß. Also, wenn Kunst gemacht wird, steht nicht der Verkauf im Vordergrund sondern der Schöpfergedanke.
    Ich habe gelernt, dass vor Gemeinschaftsausstellungen abgeklärt werden muss, welche Ziele jeder Künstler mit der Ausstellung verfolgt. Dieses Ziel sollte von meinem Verständnis her einheitlich formuliert sein, hat aber nichts mit der Schaffung der Kunst und der künstlerischen Zusammenarbeit zu tun oder damit, als was sich der Künstler von seiner Profession selber sieht.

    Ich werde jetzt noch ein wenig die Mythen der Inuit lesen und den Sonntag ausklingen lassen. In meinem Kopf sind schon Bilder vom Hundemann entstanden, ich weiss bloß noch nicht, ob es ein Husky- oder Seehundmann wird.

    Weiterhin eine schöne Zeit in Spanien wünscht dir Susanne

    • Liebe Susanne!
      Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar.
      Mir ging es in erster Linie darum, die Vielfältigkeit der Rollen eines Künstlerdaseins anhand von Beispielen, die ich persönlich kenne, darzustellen und die oft missbilligenden Bewertungen dieser Rollen durch Dritte ebenfalls.
      Ich weiss, dass jeder für sich selbst die Entscheidung über die Form seiner künstlerischen Rolle trifft.
      Und ich weiss weiterhin, dass man/ich sich um die Verwertung der eigenen künstlerischen Arbeit durch Dritte nicht kümmern muss, sie durchaus ignorieren kann.Gerdade auf diesen Punkt zielen ja viele der Kommentare zu diesem Beitrag ab.
      Danke für die lieben Wünsche unseren Aufenthalt in Spanien betreffend. Euch wünsche ich alles Gute, bis bald
      Juergen

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