nicht sogleich

Ich wurde begrüßt mit „Na, Du Rumtreiber, auch wieder im Lande?“ „Boris, der Maler“ freute sich sichtlich, als ich heute in unserer Ateliergemeinschaft auftauchte, die Kaffeemaschine anschloss, die Kisten mit den Zeichenuntenailien und den Papieren  aus dem Wohnmobil hochschleppte und begann, mich wieder in meinen Räumen einzurichten.

Zwischendurch habe ich lange am Tisch gesessen und in den Skizzenbüchern geblättert, alte Zeichnungen angeschaut und einiges umsortiert. Und jedes Mal bin ich erstaunt über mich und die Ergebnisse, die ich so lange nicht geschaut habe, und was mich da so anspringt. Und ich war zufrieden mit mir. Vielleicht ist es doch ganz gut, dass ich oft so streng mit mir bin und meine Arbeiten gnadenlos in die Qualitätsstufen A, B und C einordne.

Ich kann nicht sogleich loslegen und arbeiten. Ich brauche immer einige Tage, in denen ich im Atelier umherlaufe, mir Dinge anschaue, mich sortiere, Gedanken hin und her wälze, einiges auf den Tischen fotografiere, mit den anderen rede, Papiere von rechts nach links schiebe oder Zeichnungen zu neuen Blöcken sortiere und wieder zerlege. Zwischendurch gehe ich in den Copyshop um die Ecke, manchmal, weniger um zu kopieren, das auch, sondern um mit Oliver über Musik und Sonstiges zu reden. Und dann bin ich irgendwann in meinen Räumen angekommen und gehen ans Umsetzen der Dinge, die ich mir so vorgestellt habe.

Buchalov

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4 Gedanken zu „nicht sogleich

  1. Eine feine und lebensnahe art sich an das formen ranzutasten und die Kräfte zu konzentrieren / wenn leben ins machen mit einfließt.
    Wünsche gutes gelingen.

  2. Das Ankommen als Teil der eigenen Arbeit zu verstehen ist für mich auch die richtige Grundlage um gut zu Arbeiten. Das können manchmal Minuten sein, kann sich aber auch über Tage hinziehen. Eine wichtige Zeit saubere Übergänge zu schaffen.
    Bis demnächst, sonnige Grüße

    • Ja, das finde ich auch. Ich horche in einer solchen Phase auch ständig in mich hinein.
      Heute Morgen war ich zum Beispiel im Atelier und habe zwei Stunden an den Linolschnitten gearbeitet, aber es war alles nur oberflächlich. Offensichtlich war ich nicht wirklich da.
      Ich bin dann wieder gegangenen.
      Liebe Grüße, bis bald
      Jürgen

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