Atelier: „Zelle k5“

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Heute wollte Juergen über seine „Zelle k5“, sein  Atelier,  „philosophieren“. Ich solle einfach mal zuhören, bestimmte er. Na ja!.

Erst einmal sei es ja ein Raum, oder besser zwei Räume. Der Eine sei sein Arbeitsraum, sein Druckreif, und Lager, der Andere sei ebenfalls ein Arbeitsraum, u.a. zum Zeichnen und filmen, und zudem könne er hier sich selbst und anderen auch einiges zeigen.

Natürlich sei das Atelier aber auch der Ort, wo er gedanklich „herumventiliere“ – obwohl er vieles schon vorher zuhause oder auf dem Weg ins Atelier vordenke. Hier aber geschehe vieles während des Prozesses der Herstellung. Das lieb er. Der Plan sei immer das Eine, die Wendungen bei den Planabweichnungen das Andere, Stichwort Zufall oder Experiment.

Er sitze oft auch nur so da, und schaue sich die Dinge an und überlege, was es denn sei, was da vor ihm liege oder hänge und welche Bedeutung es nun bekommen habe, da auf dem Papier.

Und dann seien da noch die Gäste, die ihn besuchten oder die er einlade, mit denen er die Dinge vor – oder nachspreche. Spuren hinterlasse das immer, verwischte oder harte, solche, die den Weg aufs Papier oder in den Blog finden würden.

Und das Treffen in den Nachbateliers wolle er auch nicht vergessen. Alles diene dem Austausch. Er rede zwar auch viel mit sich selbst, aber ohne die Kolleginnen und Kollegen gehe es bei ihm nicht.

Die Türen seiner zwei Räume seien mit kleinen „Papier – Werken“ beklebt. Sicher auch kein Zufall. Und dass er sein Atelier „Zelle k5“ nenne, falle ja auch nicht vom Himmel. Zelle sei dabei nicht als kleiner Raum gemeint, sondern als biologisch – kreative kleine Einheit aus der etwas erwachsen könne. Und es sei halt sein fünftes Atelier.

Buchalov

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13 Gedanken zu „Atelier: „Zelle k5“

    • Es freut mich natürlich, dass Sie den Weg auf meinen Blog gefunden haben. Und es freut mich doppelt, wenn das, was Buchalov da im Namen von Juergen so „von sich gibt“ ( und was man bisweilen nicht ganz so ernst nehmen darf) in den wirklich wichtigen Teilen Ihr Interesse findet. Bis bald, alles Gute!

  1. Hallo Jürgen,
    erinnerst du dich an unser Gespräch im Kolumba in Köln? Alles was der Künstler im Atelier schafft ist Kunst (Bruce Nauman). Ich schreibe gerade über das Karton-Atelier von Menzel eine Hausarbeit und beschäftige mich mit dem Thema Atelier und seine Geschichte. Empfehlen kann ich dir das Buch von Eva Mongli-Vollmer, „Das Atelier des Malers“, sehr interessant. http://www.lukasverlag.com/ebooks/titel/34-das-atelier-des-malers.html
    Liebe Grüße sendet dir Susanne

    • Hallo Susanne!
      Das freut mich aber: da haben wir ja wieder ein gemeinsames Thema.
      Gedanklich beschäftige ich mich momentan wieder etwas stärker mit der Frage, wie ich kreativ verankert bin. Neben Fragen der Methodik im prozesshaften Arbeitsprozess und der Frage der Zeitgemässheit des Holzschnittes tauchte auch zwangsläufig das Atelier als Kern des Geschehens auf.
      An unsere situative Definition der Kunst im Kolumba erinnere ich mich sehr gut. Auch die Beschäftigung mit Kentridge und Deacon haben ihren Anteil daran, das das Atelier im Moment ein Thema ist. Auch Gerda ist nicht unbeteiligt.
      Deinen Buchtip nehme ich gerne auf.
      Und Dir wünsche ich viel Erfolg bei der Arbeit zum Thema.
      Schönes Wochenende
      Juergen

      • Danke, Jürgen, Mogli-Vollmer schreibt unter anderem, in dem Moment, wo ein Künstler in einem Raum arbeitet, wird dieser Raum sofort zum Atelier. Das hat mir gefallen. 🙂
        Schön, dass du dich auch noch an unseren Tag im Kolumba erinnerst. 🙂
        Ich wünsche dir einen sonnigen Freitag, Susanne

  2. Diesen Dialog mit Jürgen mag ich sehr. Ein Atelier ist der Ort, wo Kunst entsteht, ja, und alles, was dort geschieht, ist Kunst. Im Kopf, Herzen, Leben hat sich etwas vorbereitet, das muss nun bebrütet werden. Das Atelier ein Nest, darin das Ei gelegt, gewendet, unter den Federn des Gemüts gewärmt, mit wilden Augen beäugt, wieder gewendet und gewärmt wird. Zu viel Unterbrechung, zu große Unregelmäßigkeit lässt das Ei erkalten, und am Ende ist es nur eine leere zerbrochene Schale ohne Küken drin. Und wieder von vorn….

    • Danke Dir Gerda! Ein schönes Bild und sehr plastisch in seiner den Vorgang „des Ausbrütens“ beschreibenden Art.
      Es gibt auch irgendwo in meinem Fotobestand ein Foto von mir im Karneval, verkleidet als Hühnchen. Das werde ich mal raussuchen. Es würde humorvoll passen. Liebe Grüße
      Juergen

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