Hat sich der „Buchalovs Salon“ totgelaufen?

 

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„Hat sich Buchalovs Salon totgelaufen?“, fragte mich Juergen heute morgen. Und wenn ich ehrlich bin, und ich bin ehrlich, dann muss ich sagen:“Ja!“

Ich weiss, was Juergen denkt, und bin durchaus in der Lage, sein Unbehagen genauer zu benennen. So eine Veranstaltung fällt ja nicht vom Himmel und es wird halt immer schwieriger, Künstlerkollegen zu finden, die den Einladungen folgen. Viele sagen so halb zu und einige bleiben ganz in der Unverbindlichkeit, wieder andere fühlen sich aus Gründen der Freundschaft zu Juergen verpflichtet zu kommen. Und das bereitet Juergen auch Unbehagen.

Und man muss ja wirklich fragen, worin der Zugewinn bei den letzten Treffen bestanden hat. Ich finde nur wenig, bis gar nichts. Werke wurden so gut wie kaum vorgestellt und besprochen, was ja die eigentliche Idee eines Salons ist. Künstler, die Juergen direkt angesprochen hat, ihre letzten Ergebnisse vorzustellen, haben abgesagt.

Klar, es wurde viel geredet, über Gott und die Welt, über dieses und jenes. Ob es substantiell war , ist die Frage. Natürlich ist es schön, mal ein Forum zu haben, dem man so die eigenen Sicht der Dinge, bisweilen auch im Monolog, darlegen zu können, aber so hatte sich Juergen das ja nicht vorgestellt.

Und dann erklärte Juergen mir, dass im März kein Salon stattfinden werde, und dass er danach ja auch wieder unterwegs sei. Er überlege ernsthaft, ob es nicht auch andere Formen gebe mit Künstlerfreunden gemeinsam zu agieren und zu reden. Mit „Buchalovs Salon“ sei es jetzt jedenfalls erst einmal genug.

Buchalov

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16 Gedanken zu „Hat sich der „Buchalovs Salon“ totgelaufen?

  1. Kann ich jetzt nicht wirklich liken, ist schade und da kann ich dich verstehen. Macht ja dann wenig Sinn. Vieles ist heutzutage sehr unverbindlich geworden. Es finden sich sicher ganz viele andere Wege. Liebe Grüße.

  2. Guten Morgen, Jürgen,

    das tut mir leid, ich weiss, du mochtest deinen Salons. Aus eigener Erfahrung weiss ich, das es mitunter schwer ist, Gäste für den Salon zu mobilisieren. Bei mir ist es immer Abhängig vom referierenden Gast und seine Bereitschaft mitzuarbeiten und selber auch Gäste einzuladen. Für den kommenden Salon im März haben neben den Stammgästen auch viele neue Gäste zugesagt – ob alle kommen ist immer fraglich – ich werde sehen.

    Liebe Grüße von Susanne

    • Liebe Susanne!
      Ja, die Entscheidung ist mir nicht ganz leicht gefallen, aber mittlerweile bin ich froh sie getroffen zu haben.
      Ich werde mehr auf die selbstorganisierte Zusammenarbeit in zeitlich begrenzten Projekten setzen. So ist für den November schon die „Tuschewoche“ in unseren Räumen geplant und evtl. kann ich am Winterlabor von „artoll“ im Dezember teilnehmen. Mit Tobias bin ich auch im Gespräch für ein Projekt im nächsten Jahr. Das ist die Schiene auf die ich nun alternativ setzte. Und die „Buchalovs Freunde Tour“ findet dieses Jahr sogar zweimal statt.
      Auch so ist der Austausch möglich, denke ich.
      Liebe Grüße, schönes Wochenende
      juergen

      • Im Juni geht es, wenn denn alles klappt, zu „Valentino“ und zur Dokumentation in Kassel. Im August wollte ich im Süden Deutschlands Kontakte knüpfen und vielleicht reicht mein Drive sogar bis zur Biennale in Venedig. Mal schauen. Die Feinplanung steht noch nicht.
        Liebe Grüße

    • Ich verstehe Jürgens Anliegen – mir ging es so mit einem Literaturzirkel, in dem ich war. Irgendwann sprachen wir nur noch fünf Minuten etwas gezwungen über das gelesene Buch, und dann über Gott und die Welt. Zugleich setzt mich das, was Susanne schreibt jetzt etwas in Panik …. ich habe gerade soviel um die Ohren, und möchte mich noch mehr in unser Thema einarbeiten, damit es auch Substanz hat, und komm zu so wenig … aber keine Sorge, Susanne, ich werde jetzt Tag und Nacht nutzen und mich für den Salon vorbereiten. Liebe Grüße Birgit

      • Liebe Birgit!
        Genau so wie in Deinem Fall war es auch bei mir. Wie sich doch so manches wiederholt.
        Und was den Termin und die Verpflichtungen zu Susannes Salon anbelangt, da bin ich mir sicher, so wie ich Dich kenne, so wie ich Euch kenne: das wird und das wird gut.
        Alles Gute
        Liebe Grüße Juergen

      • Du musst keine Panik haben, Birgit, wir sind immer eine nette, inspirierende Runde und du sollst ja auch nicht alleine den gesamten Salon bestreiten, wir sind zu dritt und meine Gäste sind immer auch sehr diskussionsfreudig, so dass es kaum peinliche Stille gibt. Und dafür bin ich ja auch Moderatorin :-), um nachzufragen, neue Aspekte und Inspirationen der Diskusion anzuregen. Mach dir bitte keinen Streß, wir haben ja auch noch Zeit, von Sonntag bis Dienstag 16:00 Uhr selber einen Leitfaden für den Abend zu erstellen.
        Liebe Grüße von Susanne

  3. Lieber Jürgen, irgendwie kommt das jetzt doch für mich überraschend, da du nach dem letzten Salon so frohgemut warst- andererseits kann ich es auch verstehen, wenn immer wieder viele absagen oder nur dir zum Gefallen kommen, nein, das kanns nicht sein!
    Du findest andere und neue Wege, da bin ich mir sicher und die Freundestour ist ja schon einer davon.
    Herzliche Grüsse
    Ulli

  4. Schade, dass dergleichen so schwer ist. Haben wir ja auch gemerkt. Sein eigenes Werk vorzustellen fällt vielen (den meisten? allen ???) schwer, empfindliche Seelen, wenn das Wort Kritik am Horizonte erscheint. Und dann gibt es die wogenglättend gemeinte (und doch so falsche) Rede von der Geschmackssache. Am Ende trinkt man dann lieber ein paar Flasche Bier zusammen. Nichts gegen einen gepflegten Stammtisch!
    LG Martin

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