Weitere „OrtsMarken“

Dies sind die letzten „OrtsMarken“ aus dieser Serie, sagte Juergen zu mir – mit Aquarell und Fineliner entstanden. Das soll jetzt genügen. Er hat sie in ein grosses Skizzenbuch gezeichnet und das ist jetzt voll.

Ich solle mich schon mal auf die Nachfolgezeichnungen freuen. Demnächst, bald!

Buchalov

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das Vokabelheft

Da gibt es nichts schön zu reden: Juergen ist kein Sprachtalent. Dennoch geht er momentan hier in Spanien brav jede Woche zweimal in seinen Spanischkurs und kämpft sich durch. Ich weiß das, weil ich ihn stets begleite. Aber Spaß macht es wohl dennoch.

Die Teilnehmer reden im Kurs ungemein viel spanisch und wenig deutsch, finde ich. Ist ja eigentlich auch Sinn der Sache.

Und später dann „paukt“ Juergen mit Hilfe seines Vokabelheftes so einiges, denn ohne Vokabeln geht es ja nicht. Und einige der Seiten sehen halt so aus wie die Bilder in diesem Beitrag.

Oder so!

Buchalov

das Herz eines Mannes

Ein Herz hat ja jeder, oder? Aber ob die Person auch wirklich Herz hat, das ist eine andere Frage, so Juergen, heute an seinem Campingtisch, der als Zeichentisch dient. Er fabuliert ja manchmal so vor sich hin.

Und für was das Herz eines Mannes so schlägt, tja, dem müsste mal eigentlich auch mal auf die Spur kommen, meinte er fast beiläufig.

Juergens Herz jedenfalls schlägt, das weiß ich, für seine Königin. Und für die Prinzessinen im Projekt „die Prinzessinen und der Prinz“. Und für „die Buchalovs Freunde Tour“. Und fûr die Herzmuscheln am Strand. Und für das Kochen. Und für seine OrtsMarken. Oder die Tuschezeichnungen. Und einen guten Wein. Aber auch für alle die gebrochenen Dinge. Und das „Projekt ohne Namen“. Oder das Fremde. Und seine kleinen Objekte im Atelier. Oder die Theorie vom Rhizom. Und und und…

Buchalov

Eine Muschel ist mehr als eine Muschel

Eine Muschel sei mehr als eine Muschel, meinte Juergen heute zu mir.

Fast täglich geht er am Strand entlang, den Blick gesenkt und sucht. Er untersucht alles das, was über Nacht angeschwemmt worden ist, einfach so willkürlich rumliegt und das sind hier in der Regel Muscheln oder Kalkreste oder Holzstuecke und jede Menge kleine Plastikteile.

Die Muscheln und die Muschelreste sind ihm momentan wohl die Liebsten.

Wie hat er auf einem kleinen Zettel geschrieben:

„Du Muschel, du,

die das Rauschen einfängt

und dem Wind eine Kammer bietet.

Du Muschel, du!“

Buchalov

Warum gerade diese Fundstücke?

Jürgen fragte sie sich heute, warum er bestimmte Funkstücke auswählt und zu seinen Zeichentisch trägt, um sie dort aufs Papier zu bannen.

Ist es die Form? Die Oberfläche?

Oder ist es der Zufall, weil man gerade an der Stelle vorbeikam, wo das Teil gelegen hat?

Oder wählen die Augen aus, was man mitnimmt, nach welchen Kriterien auch immer?

Manchmal springt einen solch ein Stück ja auch direkt an. Oder es ist

anders, gebrochen, abweichend , als all die anderen Stuecke der gleichen Gattung.

Oder findet man nur das, was man finden möchte?

Na ja! Vielleicht ist es einfach der Zufall, der die Wahl entscheidet.

Buchalov

ich bin fassungslos!

Ich bin betäubt, glaube ich, und nicht mehr Herr meiner Sinne. Ich bin fassungslos! Denn ich habe den Wahlabend in Deutschland aus der Ferne mit Juergen und einigen Freunden erlebt, und es ist nun so, als säße ich mit meinem Vater am Küchentisch, in den Sechzigern, und er erzählt von der braunen Soße, die immer noch existent sei und von der er glaube, dass sie ewig bleibe. Ich, der Pupertierende habe ihm, wie man in dem Alter so ist und weil man ja alles besser weiß, unter dem Einfluss von „Love and peace“ heftig widersprochen.

Und jetzt kann ich es nicht fassen, dass Menschen eine Patei gewählt haben, „die sich das Land und das Volk zurückholen wollen“, das ihnen ja gar nicht gehört. Eine Frechheit! Im Klartext: Rechte Töne, Rassismus, Ausländerfeindlichkeit,Menschenverachtung, Ausgrenzung,

Ich glaube, ich stehe neben mir. Ich werde mit Juergen reden, denn gemeinsam ist so etwas besser ertragbar.

Buchalov