„die Prinzessinnen und der Prinz“: weiter gehts!

Juergen hat eines der Bilder, die ihm von Heike zugeschickt wurden, fertiggestellt: das Porträt von Susanne. Ein Porträt von Heike hat er bearbeitet. Und ein weiteres Porträt hat er von sich selbst erstellt. Das geht jetzt alles postalisch an Susanne Haun.

Die Absprache in dem Projekt von Heike und Susanne und ihm ist ja, dass man das zugeschickte Porträt übermalt, aber Juergen kann sich dazu nicht so recht aufraffen. Denn wenn er übermalt, ist alles so endgültig. Und daher überklebt er lieber, denn dann kann er vorher alles auflegen und anlegen und die Wirkung ausprobieren und sehen und entscheiden. Ihm fällt das alles sehr schwer, denn alles in den Bildern ist ihm zu viel: zu viele Bild – Elemente, zu viele Spuren, zu viel Spontanes, zu viele Materialien, zu viel von allem, da ja drei Personen ihre Spuren hinterlassen. Und wenn er Bilder bekommt, scheinen sie ihm oft fertig zu sein, und wenn er Bilder weiterschickt, sind sie für ihn auch fertig. Wenn es fertig ist, dann ist es ja gut. Und wenn es dann wieder überarbeitet wird, wird es nicht unbedingt besser. Und das alles wird dann wieder aufgehoben. Das sei eine seltsame Erfahrung für ihn, mit der er so nicht gerechnet habe.

Buchalov

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Projekt ohne Namen: „Worte sind immer …“

Susanne schrieb: „Worte sind immer …“

Und Juergen antwortete: „… gut oder böse.“

Er hat sich für diese kurze Version entschieden, spontan, aus dem Bauch heraus, weil er kurz vorher ein Gespräch mit einer befreundeten Künstlerin hatte und den Beiden dabei das Thema „gut und böse“ über den Weg gelaufen war.

In seinem Notizbuch hatte er schon vor Wochen dagegen etwas anderes notiert: Worte sind immer und wenn sie enden, und sie werden enden, dann füllen sie den Raum und bleiben als ewiges Licht.  Und: Worte sind immer und nie und einfach und doppelt, sagte Herkules zu Lato. Diese Lösungen hat er nun verworfen – sie seien zu umständlich, zu pathetisch, wie er fand. Obwohl sie ihm nahe seien, denn er habe sie im Halbschlaf geträumt – so behauptet er jedenfalls überzeugend.

Susanne und Juergen befinden sich schon seit geraumer Zeit im literarischen und zeichnerischen Dialog. Sie schicken sich gegenseitig halbfertige Sätze zu, die der andere vervollständigen soll. Auch zeichnerisch.

Und Juergen schickt Susanne nun folgenden Satz:  „Mein Engelchen, ich sage Dir …“

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„Rhizomwoche“ mit Barbara

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Die „Rhizomwoche“ naht. Juergen wird sich mit Barbara Schmitz – Becker Ende August nach seiner „Buchalovs Freunde Tour“ treffen und sie werden gemeinsam eine Woche zu diesem Thema in „Busch8“ arbeiten. Hier der Link: >>> [ … ] <<<

Einen Plan haben sie nicht, aber Absichten. Sie wollen versuchen dem Begriff, den Verfahren, den Spuren oder den Inspirationen zu folgen, die im Zusammenhang mit dem Begriff „Rhizom“ im Raum stehen. Juergen meinte, dass es ein Einkreisen mit Irrungen und Wirkungen sein könnte. Es sei auf jeden Fall die gemeinsame Suche nach Erkenntnis.

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Untersuchung eines Malstückes

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Das „Prinzip Rhizom“ als Methode: Juergen hat eine kleine bemalte Wellpappe, ein Malstück wie er sagt, als Ausgangspunkt weiterer kreativer Aktivitäten genommen. Das Malstück ist sein Keimling. Ein unscheinbares Teil mit Farben, die Juergen so nicht zusagen. Es sind die Farben von Jöer Möller, und er hat Juergen dieses Malstück mit bedeutungsschweren Worten ans Herz gelegt und übergeben – als Teil des gemeinsamen Projektes „zweifertig“. Jeder gibt dem anderen einen Teil eines Kunstwerkes mit der Bitte, es nun fertigzustellen. Sie sind jetzt im Laufe der Zeit beim „Block neun“ angelangt.

Juergen hat dieses Malstück nun untersucht: fotografisch, zeichnerisch, malerisch und drucktechnisch. Das entspricht seiner momentanen Vorgehnsweise. Und dabei kommt er, so meint er jedenfalls, den Dingen auf die Spur und erfährt wie sie zu ihm stehen.

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Tja, die Liebe!

„Latos Köpfe“ stehen an. Juergen schneidet gerade die letzten Druckstöcke. Und summt sich dabei in eine gewisse Arbeitsdisziplin. Manchmal flötet er auch, so ähnlich wie Ilse Werner – aber wer kennt diese Schauspielerin überhaupt noch. Musik  benötigt man nämlich beim Schneiden. Behauptet er.

Und er denkt nach. Über die Liebe zum Beispiel. Ein dickes Thema! Denn das war gestern Gesprächsgegenstand zwischen ihm und „Herman, dem Vernetzer“, als sie nach langer Zeit bei einer Tasse Kaffee in „Zelle k5“ beisammen saßen und sich gegenseitig erzählten, was sie so in letzter Zeit erlebt haben und was ihnen momentan wichtig ist.  Und sie beredeten auch wie das Machen von Kunst helfen kann bei der Bewältigung von „Liebesschmerz“ – in welcher Form auch immer.

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Projekt ohne Namen

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Susanne Haun schrieb: Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …

Jürgen antwortet nun: … sind wie Worte, die die Erde lockern werden. (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

Und so geht es halt weiter beim „Projekt ohne Namen“: einer schickt einen angefangenen Satz, der andere vollendet ihn – literarisch und zeichnerisch. Die Beiden betreiben dieses Spiel, das mittlerweile aber mehr als das geworden ist, schon geraume Zeit. Und Juergen hat immer noch unglaublich viel Freude an diesem Dialog.

Juergen bat mich nun Susanne folgenden Satzteil zu senden:

„Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“

Was bisher geschah hat Susann hier zusammengefasst: >>> Projekt ohne Namen <<<

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Hat sich der „Buchalovs Salon“ totgelaufen?

 

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„Hat sich Buchalovs Salon totgelaufen?“, fragte mich Juergen heute morgen. Und wenn ich ehrlich bin, und ich bin ehrlich, dann muss ich sagen:“Ja!“

Ich weiss, was Juergen denkt, und bin durchaus in der Lage, sein Unbehagen genauer zu benennen. So eine Veranstaltung fällt ja nicht vom Himmel und es wird halt immer schwieriger, Künstlerkollegen zu finden, die den Einladungen folgen. Viele sagen so halb zu und einige bleiben ganz in der Unverbindlichkeit, wieder andere fühlen sich aus Gründen der Freundschaft zu Juergen verpflichtet zu kommen. Und das bereitet Juergen auch Unbehagen.

Und man muss ja wirklich fragen, worin der Zugewinn bei den letzten Treffen bestanden hat. Ich finde nur wenig, bis gar nichts. Werke wurden so gut wie kaum vorgestellt und besprochen, was ja die eigentliche Idee eines Salons ist. Künstler, die Juergen direkt angesprochen hat, ihre letzten Ergebnisse vorzustellen, haben abgesagt.

Klar, es wurde viel geredet, über Gott und die Welt, über dieses und jenes. Ob es substantiell war , ist die Frage. Natürlich ist es schön, mal ein Forum zu haben, dem man so die eigenen Sicht der Dinge, bisweilen auch im Monolog, darlegen zu können, aber so hatte sich Juergen das ja nicht vorgestellt.

Und dann erklärte Juergen mir, dass im März kein Salon stattfinden werde, und dass er danach ja auch wieder unterwegs sei. Er überlege ernsthaft, ob es nicht auch andere Formen gebe mit Künstlerfreunden gemeinsam zu agieren und zu reden. Mit „Buchalovs Salon“ sei es jetzt jedenfalls erst einmal genug.

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