scheinbar aussortierte Papierbögen

HipstamaticPhoto-523808229.333007 (1).jpg

Die Lebendigkeit von Fragmenten ist es, die diese Bögen entwickeln.

Der Zufall in ihnen ist es, der diese Bögen so spannend macht.

Das Heraussuchen und Auswählen aus dem Bauch heraus ist es, was diese Bögen so interessant macht.

Dass aus Unfertigem Fertiges wird, macht diese Bögen so wertvoll.

Dass alles, auch die Reste, einen Wert hat, wird durch diese Bögen mehr als deutlich.

Es geht um die bedruckten Blätter, die Juergen im Arbeisprozess aussortiert hat, beiseite legte, ein großer Stapel, und die er später anderweitig verwendet. Sie sind fester Bestandteil des Prinzips „Zufall“ und „Experiment“.

Buchalov

Latos Köpfe 

img_3866

Man sollte schon einen langen Atem haben, meinte Juergen. Oder: manches ist Pflicht und Disziplin, geht aber nicht anders.

Heute jedenfalls bezog er sich auf die Holzschnittserie „Latos Köpfe“, mit der er schon im Dezember 2015 begonnen hatte, die im letzten Jahr  aber unterbrochen wurde und die er jetzt wieder aufgegriffen hat. Weitere drei Arbeiten sind “ in der Mache“. Zu „Latos Werkstatt“ gibt es nicht viel zu sagen, besser ist schauen und lesen. Deshalb hier der Link: >>> [ … ] <<<

Ich habe dann noch mal in meinem Archiv gekramt und ein paar Bilder von den ersten Köpfen, die erstellt wurden, gefunden:

Buchalov

NASA – Kunst – Projekt?

Ich habe bei Juergen am Samstag im Atelier „gespingst“ und aus der Hüfte einen seiner Blumendrucke auf schwarzer Pappe fotografiert. Daraus werden wohl die Scherenschnitte, an denen er so heimlich arbeitet, als würde er ein NASA – Kunst -Projekt vorantreiben. Boris, sein Ateliernachbar, meint, es sei eher die Unsicherheit darüber, ob das Geplante auch wirklich so werde und den eigenen Qualitätsansprüchen von Juergen genüge. Er mache deshalb ein wenig Schau und erzeuge Nebel.

Buchalov

Engel: Fortsetzung

„So „zwischendurch“, einfach eine kleine Sperrholzplatte willkürlich aus dem Materialbestand nehmen, mit Bleistift die weit entfernte abstrakte Form eines Engels aufzeichnen, die Beitel rausholen und den Weißlinienschnitt schneiden, noch an einigen Stellen etwas wegnehmen, sich treiben lassen, prüfen, rumspielen, wieder etwas zeichnen oder auf der Platte schneiden, im Bücherregal aus einem Technikbuch zur Baumwollweberei einige Seiten mit Diagrammen herausreißen, Restfarbe, vom vorherigen Druck übergeblieben, auf die Platte bringen, und die Seiten bedrucken, mit der schweren Rolle natürlich. Jürgen besitzt nämlich keine Druckerpresse.

Viel Zufall, viel Spontanität, viel experimentieren – schnell, schnell, schnell!“

So hat mir Juergen das erklärt. So ist er vorgegangen – ohne genauen Plan halt. Das sei sehr lustvoll.

Warum er das Motiv des Engels abstrakt aufgegriffen hat, sagte er nicht. Ich vermute, er versucht sich da jetzt gerade selbst auf die Spur zu kommen.

Buchalov

diese Engel

Wir haben im Atelier „Zelle k4“ gesessen und geredet und Weihnachten in den Blick genommen.

Juergen meinte, dass sich Weihnachten auf zwei Farben – rot und grün – und auf eine einfache Symbolik reduzieren lasse.  Dazu gehörten seiner Meinung nach auch diese Engel. Und er zog ein Engelsbuch aus dem Regal, mit Stammbäumen, Erzengeln, seltsamen Erscheinungen, Wundmalen bei Menschen, Prophezeiungen. Ein seltsames Buch.

Man könne herumfragen, meinte er, und würde als Antwort erhalten, dass die meisten aller Menschen an Engel in irgendeiner Form glauben. Engel und Blumen – die Hoffnungsträger. Absolut positiv belegt. Symbol für Hoffnung und Liebe. Um uns herum. Es gehe um Sehnsüchte.

Dann kramte er eine alte Fotokopie heraus, die er vor Jahren überdruckt hatte. Zweifel standen im Raum.

Buchalov