Tja!

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Vor Jahren durfte Juergen mal das Innere einer ganzen Kirche für seine Ideen in Form einer Installation nutzen. Eine Predigt vor einer beliebigen Kichengemeinde halten – das wollte er auch schon immer mal. An Kirchen kann er grundsätzlich nicht vorbeigehen. Er stromert unterwegs ständig in ihrem Inneren herum. Und Kirchenkunst findet er richtig spannend. 

Also hat er in Münster die Gelegenheit genutzt und ist übers Wasser gegangen.

Buchalov

ein Plan, eine Methode

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Juergen ist da so hineingeschlittert. Und merkt nun, dass es ihm einiges abverlangt.

Wovon ich rede?
Susanne Haun und Heike Schnittker haben als er noch in Süddeutschland unterwegs war ein zeichnerisches oder malerisches Projekt angestoßen, bei dem es darum geht, erstellte Selbstportraits durch den anderen übermalen zu lassen. Und sie haben Juergen einbezogen. Das freut ihn sehr, es sei ein Zeichen von Wertschätzung sagte er, und er mache da gerne mit. Ich soll danke sagen.

Ich kenne Juergen ja ganz gut, und ich habe mir schon gedacht, dass er sich der großen Anforderung, davon hat er nämlich geredet, stellen wird, indem er sich einen Plan macht. Oder eine Methode festlegt. Um das Ganze zu meistern. Hat er auch getan.

Juergen hat nun einen Rapport begonnen, neben der Arbeit an den Bildern, in dem er alles das, was ihn zu dem Vorhaben bewegt, niederschreibt. Er kreist also das Ganze gedanklich und literarisch ein. Er versucht sich Halt zu geben. Und hat parallel dazu mit der praktischen Arbeit begonnen.

Im Atelier ist er daher auch schon gewesen und hat die Selbstportraits gemalt, die er an Heike und Susanne weitersenden soll, damit diese sie übermalen.

Dem Projekt fehle auch noch ein Arbeitstitel, meinte er zu mir. Bei Juergen müssen die Dinge nämlich immer einen Namen haben. Den „klebt“ er dann auf die Projekt – Schublade.

Buchalov

 

ein wenig Rückblick 

Juergen und ich stehen momentan mit unserem Wohnmobil im Altmühltal und fahren am Fluss entlang und kreuz und quer mit dem Rad durch die Gegend. Wunderschön ist es hier. Frankenland! Und wir halten ein wenig Rueckblick. 

Der Königssee war die letzte Station unserer Fahrt auf der „Deutschen Alpenstrasse“. Keine Frage, ohne den Tourismus  als Wirtschaftsfaktor geht hier nichts. Er ist nur möglich, weil die Landschaft so einmalig und so schön ist. Und wie schrecklich einen dieser Tourismus anspringen kann, erfährt man in Schönau auf dem Weg zum Bootsanleger des Königssees. Juergen hatte eine spezielle Meinung dazu, die er in diesem Foto wiedergegen hat.


Juergen meinte zu mir, dass er vorsichtig sei mit einer generellen „Verteufelung“ des Tourismus. Schließlich sei er ja selbst einer von ihnen,  wenn er die Fremde von Gibraltar bis Trondheim bereise. Das Problem sei halt die Zerstörung und Gefährdung der räumlichen, örtlichen Stimmung und Ästhetik vor Ort durch die Masse an Menschen und die gestalterischen Wildwüchse der Kommerzialisierung. Vielleicht wäre sanfter Tourismus ein Kompromiss.

Der Königssee selbst überwältigt einen wegen seiner Schönheit, keine Frage – trotz der vielen Menschen. 

Und 

Juergen hat auf der Tour einiges zur bayrischen Landschaft zeichnerisch festgehalten und vervollständigt  die Zeichnungen momentan hier in Treuchtlingen. Er nennt sie „Szenarien“ ( dahinter steckt die Annahme, dass die Landschaft und ihre Darstellung eine Bühne sei, mit Handlungsanweisungen und Abläufen fuer uns, die Agierenden) und wird sie in den nächsten Tagen nach und nach zeigen.

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Szenarium

Jürgen saß diesmal am Steuer, als wir durch den Ost-Allgäu fuhren, vor ein paar Tagen. Und plötzlich meinte er, dass jede Landschaft ein Szenarium sei. Eine Bühne halt. Wir schauen als Zuschauer darauf oder sind sogar selbst Agierende auf dieser Bühne aktiv – Szene für Szene.


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