nur ein Exemplar

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Das ist ihm schon oft passiert: der erste Abzug eines Druckes springt ihn an und gefällt ihm sehr. So richtig.  Obwohl es der erste Druckdurchgang ist und noch einige folgen werden, hat Juergen sehr oft das Gefühl, dass sogar dieses einzelne Blatt, das erst am Anfang der Entstehung steht, schon eigenständig ist. Weil es so herrlich reduziert ist, wahrscheinlich. Und so klar. Er druckt dann immer ein Exemplar mehr und legt es beiseite.

Da er nach dem Prinzip der verlorenen Platte arbeitet, wird im nächsten Schritt die Platte zwangsläufig zerstört, verändert. Und es bleibt nichts außer diesem einen zusätzlichen Exemplar, das er angelegt hat.

Buchalov

P.S. Er könne doch, habe ich ihm geraten, mit mehreren Platten arbeiten. Das ist zwar mehr Arbeit, aber die Platten blieben erhalten. Aber das möchte er nicht, sagt er. Er sei einfach zu „bequem“. Das sei ihm zu viel Arbeit.

Projekt ohne Namen

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Susanne Haun schrieb: Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …

Jürgen antwortet nun: … sind wie Worte, die die Erde lockern werden. (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

Und so geht es halt weiter beim „Projekt ohne Namen“: einer schickt einen angefangenen Satz, der andere vollendet ihn – literarisch und zeichnerisch. Die Beiden betreiben dieses Spiel, das mittlerweile aber mehr als das geworden ist, schon geraume Zeit. Und Juergen hat immer noch unglaublich viel Freude an diesem Dialog.

Juergen bat mich nun Susanne folgenden Satzteil zu senden:

„Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“

Was bisher geschah hat Susann hier zusammengefasst: >>> Projekt ohne Namen <<<

Buchalov

„we are stardust, we are golden“

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„Woodstock“, ich weiß gar nicht wie oft und in wievielten verschiedenen Versionen ich dieses Lied in den letzten Tagen bei Juergen gehört habe. Immer und immer  wieder. Da ist was im Gange.

Die Textzeile gefällt ihm. Das ist mal klar. Und das Lied wohl auch.

Und es knüpft an die Zeit an, als er zwanzig war. Auch das ist klar.

Und er versucht wohl rauszukriegen, was das geblieben ist von damals. Nostalgie, vielleicht. Aber vielleicht eher die Frage nach dem großen Bogen im Leben. Bin ich noch bei mir? Wo sind die Brüche? Bin ich mir treu geblieben? So etwas in dieser Art vielleicht.

Gedanken eines „alten Mannes“ halt, habe ich so bei mir gedacht. Aber ein verdammt guter Song. Und vielleicht inspiriert der Sternenstaub ja zu ein paar Zeichnungen.

Buchalov

in „Zelle k5“, heute

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lüften: war wohl nötig nach den vielen Wochen der Abstinenz.

aufräumen: erstaunlich, was man alles hortet und irgendwo hinlegt.

Platz schaffen: das heißt entsorgen.

Staub saugen: vom Boden konnte man wahrlich nicht essen.

sichten: was liegt eigentlich wo, und womit bin ich beschäftigt gewesen, bevor ich wegfuhr.

einsortieren: da liegt noch so viel auf dieser einen Stelle, die die Vorstufe zum Einsortieren markiert.

zeichnen: in meinem Skizzenbuch zur Buchalovs Tour. Und wo sind meine Tuschen und Federn geblieben?

hören: die Geräusche des Raumes  sind da und ungewohnt und klingen bei offenen Fenstern noch fremd.

Holz schneiden: eine Druckstock soll her, als weitere Teil der Untersuchung zum Block 9 von „zweifertig“.

schmirgeln: die kleinen Objekte haben so lange auf dem Tisch gewartet und jetzt sind sie dran – mehr als glatt sollen sie werden.

drucken: Latos Köpfe und „das Projekt ohne Namen“ warten schon.

verorten: ich muss wieder eins werden mit den Räumen, dann wird es was.

herumschlendern: gehen, gehen, schauen, schauen, die anderen besuchen, im Gehen einfach die Gedanken schweifen lassen und den Raum mit allem, was mich da so anspringt, begreifen.

sitzen: am Fenster und in den Hof schauen.

Kaffee trinken: was sonst.

(Juergen, heute, nach ein paar Stunden im  >>> Atelier „Zelle k5“ <<<,  mal ohne Buchalov)

 

 

Rhizom

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Sie hat zugesagt. Das scheint Juergen sehr wichtig zu sein. Schon vor einigen Tagen hat er nämlich Barabara Schmitz Becker gefragt, ob sie nicht Intersse habe, mit ihm in eine „Rhizomwoche“ einzusteigen. Jetzt hat sie zugesagt, denn die Idee von Juergen scheint gezündet zu haben.

Ich habe ihn gefragt, was denn eine „Rhizomwoche“ sei? Juergen hat wie immer rumgedruckst, und ich glaube, er weiß das gar nicht so genau – im Detail jedenfalls. Er erzählt mir allerdings immer von dem Rhizom als Methode der künstlerischen Erarbeitung von Themen, dem Rhizom als Präsentationsform und dem Rhizom als künstlerisches Thema. Auch auf der „Buchalovs Freunde Tour“ ist ihm das Prinzip wohl öfter über den Weg gelaufen.

Und jetzt will er sich mit Barbara ein paar Tage auf den Weg machen. Barbaras Anknüpfungspunkt ist ihr „EdenZwo Labor“, in dem sie sich mit biologischen Prozessen, einer grundlegenden biologischen Samenbank und eben auch Rhizomen beschäftigt.

Ich glaube, da haben sich zwei gefunden.

Buchalov