scheinbar aussortierte Papierbögen

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Die Lebendigkeit von Fragmenten ist es, die diese Bögen entwickeln.

Der Zufall in ihnen ist es, der diese Bögen so spannend macht.

Das Heraussuchen und Auswählen aus dem Bauch heraus ist es, was diese Bögen so interessant macht.

Dass aus Unfertigem Fertiges wird, macht diese Bögen so wertvoll.

Dass alles, auch die Reste, einen Wert hat, wird durch diese Bögen mehr als deutlich.

Es geht um die bedruckten Blätter, die Juergen im Arbeisprozess aussortiert hat, beiseite legte, ein großer Stapel, und die er später anderweitig verwendet. Sie sind fester Bestandteil des Prinzips „Zufall“ und „Experiment“.

Buchalov

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daraus will noch was werden

Daraus will noch was werden. Nur was? Das weiß Juergen wohl auch nicht so richtig.

Ich habe ihn gefragt und er meinte, dass sei eben so, wenn man rumexperimentiere und rumspiele. Da gehe man sicher manchen Irrweg. Aber wenn schon. Irgendwann passe es dann schon.

Er könne mir, wenn ich wolle, den Weg beschreiben, den er bisher gegangen sei,  vom Ausgangspunkt bis zu dem, was momentan vorliege. Ich habe mich bedankt, bin aber gegangen. Ich hatte keine Lust, mir das anzuhören. Vielleicht später.

Buchalov

Vertrauen

Ich weiss ja, dass eine Plastik im additiven Verfahren der Anhäufung von Material entsteht. Aber das aus diesen kleinen Papierrollen mal etwas Bildhauerisches werden soll, kann ich noch nicht so recht glauben.

Das habe ich Juergen auch gesagt, als er heute an diesen Objekten arbeitete. Er aber meinte, dass er da schon ein grosses Vertrauen in den Prozess, das Material und den Einfallsreichtum habe. Zur Not könne er ja auch „Rudolf, den Bildhauer“ fragen. Wenn er denn in der Ateliergemeinschaft anwesend sei. Der habe für das Technische eigentlich immer eine Lösung.

Er, Juergen, tendiere momentan zu Fliesenkleber, den er auf die dünne Pappe aufbringen möchte. Und dann sehe man weiter.

Ich bin gespannt.

Buchalov

im Copyshop

IMG_7305Juergen erzählte mir heute morgen, dass er im Copyshop gewesen sei, und dass er wie immer im Papiermuell rumgestöbert habe – die Abfallpapiere interessieren ihn immer sehr stark – und dabei sei ihm ein Riesenpapier mit grauen Lichtverläufen in die Finger geraten, und er sei sehr fasziniert gewesen sei. Warum? Keine Ahnung. Er habe es sogleich fotografiert.

Und dabei sei diese ältere Dame neben ihn getreten – wie aus einer anderen Welt sei sie ihm erschienen – und habe gefragt, was er da mache, warum er das fotografiere. Sie sei neben ihm stehen geblieben- freundlich, neugierig, interessiert und habe geschaut und geschaut und geschaut. Irgendwas sei geschehen.

Gut, habe ich gedacht. Gut!

Buchalov

Papiere

IMG_1179Wenn man Juergens „rosa Zimmer“ in der „Zelle k5“ betritt, sieht man erst mit dem zweiten Blick, was er da so alles an Papieren, blanko und bebildert, groß und klein, in seinem Regal angehäuft hat. Er sammelt alles, alles, was nur irgendwie im Copyshop um die Ecke vervielfältigt werden kann oder auf das man drucken kann.

Man findet auch große Poster, Reste vom Andruck aus Druckereien, oder großformatiges Chinapapier. Einiges wird ihm vorbeigebracht und geschenkt. Vieles nimmt er so im Vorbeigehen mit. Irgendwie kann er immer alles gebrauchen.

Er liebt besonders Blätter aus Atlanten, aus anatomischen Büchern, von Flugobjekten, technische Zeichnungen, Konstruktionspläne, Landkarten und und und. Wenn er sie als Datei findet, druckt er sie aus und lagert sie hier. Irgendwie seltsam, wo er doch so gerne mit dem Digitalen arbeitet.

Momentan sucht er gezielt Bilder zum Thema „Haut“ und „der künstlichen Befruchtung“. Juergen hat nichts dagegen, wenn ihm Material zugeschickt wird. Da freut er sich. Sagt er.

Buchalov

Frau R.

Frau R. ist eine ganz Liebe. Ich mag sie sehr. Frau R. ist Fotografin. Und liebt alles, was mit Stoffen und Papier zu tun hat. Sie wohnt in der Nachbarschaft.

Sie besucht mich bisweilen in der Garage und redet mit mir: über Fotografie und Textiles, über Familie und Menschen. Bisweilen blitzt in den Gesprächen ihre Sehnsucht auf, die Sehnsucht nach den Dingen hinter den Dingen und wie sie dem auf der Spur ist. Sie hat ein schlechtes Gewissen, weil sie sich zu wenig um ihre Fotografie kümmert. Sie habe ein Zeitproblem.

Ich aber sehe, dass sie auf dem Weg ist. Es ist die Sehnsucht.

Nach den Gesprächen habe ich manchmal den Eindruck, dass ich zuviel von der Maschine und über die Maschine erzählt habe. Beim nächsten male werde ich mehr zuhören und weniger reden.

Heute Vormittag, ich hatte frei, war sie bei mir in der Garage.  Sie hat mir ganz viel Papier, Aquarellpapier, Papier für Ölarbeiten und Skizzenpapier, geschenkt – für meine Malecke im Schlafzimmer.

Ich war etwas verlegen.

Buchalov