scheinbar aussortierte Papierbögen

HipstamaticPhoto-523808229.333007 (1).jpg

Die Lebendigkeit von Fragmenten ist es, die diese Bögen entwickeln.

Der Zufall in ihnen ist es, der diese Bögen so spannend macht.

Das Heraussuchen und Auswählen aus dem Bauch heraus ist es, was diese Bögen so interessant macht.

Dass aus Unfertigem Fertiges wird, macht diese Bögen so wertvoll.

Dass alles, auch die Reste, einen Wert hat, wird durch diese Bögen mehr als deutlich.

Es geht um die bedruckten Blätter, die Juergen im Arbeisprozess aussortiert hat, beiseite legte, ein großer Stapel, und die er später anderweitig verwendet. Sie sind fester Bestandteil des Prinzips „Zufall“ und „Experiment“.

Buchalov

Advertisements

Ich finde …

„Sie sind meine Prinzessinen und ich bin ihr Prinz“,  sagte Juergen heute mit einem netten, feinen Schmunzeln im Gesicht über Heike und Susanne und sich. Er findet diesen Vergleich und die Wortspielerei wohl gelungen – bezogen auf das gemeinsame Projekt der Drei.  Sie übermalen momentan gegenseitig ihre Selbstportraits. Der Gedanke kam ihm während der Arbeit in „Zelle k5“.

Ich finde, dass dies auch ein schöner Projekttitel für das Vorhaben sein könnte: „die Prinzessinen und der Prinz.“

Buchalov

Tja, die Liebe!

„Latos Köpfe“ stehen an. Juergen schneidet gerade die letzten Druckstöcke. Und summt sich dabei in eine gewisse Arbeitsdisziplin. Manchmal flötet er auch, so ähnlich wie Ilse Werner – aber wer kennt diese Schauspielerin überhaupt noch. Musik  benötigt man nämlich beim Schneiden. Behauptet er.

Und er denkt nach. Über die Liebe zum Beispiel. Ein dickes Thema! Denn das war gestern Gesprächsgegenstand zwischen ihm und „Herman, dem Vernetzer“, als sie nach langer Zeit bei einer Tasse Kaffee in „Zelle k5“ beisammen saßen und sich gegenseitig erzählten, was sie so in letzter Zeit erlebt haben und was ihnen momentan wichtig ist.  Und sie beredeten auch wie das Machen von Kunst helfen kann bei der Bewältigung von „Liebesschmerz“ – in welcher Form auch immer.

Buchalov

Projekt ohne Namen

img_0376

Susanne Haun schrieb: Wie Schneeflocken werden die Pappelsamen durch die Luft getragen und …

Jürgen antwortet nun: … sind wie Worte, die die Erde lockern werden. (aus Enzensberger, Windgriff, 1964)

Und so geht es halt weiter beim „Projekt ohne Namen“: einer schickt einen angefangenen Satz, der andere vollendet ihn – literarisch und zeichnerisch. Die Beiden betreiben dieses Spiel, das mittlerweile aber mehr als das geworden ist, schon geraume Zeit. Und Juergen hat immer noch unglaublich viel Freude an diesem Dialog.

Juergen bat mich nun Susanne folgenden Satzteil zu senden:

„Ich konnte zuerst den Weg nicht finden, …“

Was bisher geschah hat Susann hier zusammengefasst: >>> Projekt ohne Namen <<<

Buchalov

in „Zelle k5“, heute

HipstamaticPhoto-519111769.232308

lüften: war wohl nötig nach den vielen Wochen der Abstinenz.

aufräumen: erstaunlich, was man alles hortet und irgendwo hinlegt.

Platz schaffen: das heißt entsorgen.

Staub saugen: vom Boden konnte man wahrlich nicht essen.

sichten: was liegt eigentlich wo, und womit bin ich beschäftigt gewesen, bevor ich wegfuhr.

einsortieren: da liegt noch so viel auf dieser einen Stelle, die die Vorstufe zum Einsortieren markiert.

zeichnen: in meinem Skizzenbuch zur Buchalovs Tour. Und wo sind meine Tuschen und Federn geblieben?

hören: die Geräusche des Raumes  sind da und ungewohnt und klingen bei offenen Fenstern noch fremd.

Holz schneiden: eine Druckstock soll her, als weitere Teil der Untersuchung zum Block 9 von „zweifertig“.

schmirgeln: die kleinen Objekte haben so lange auf dem Tisch gewartet und jetzt sind sie dran – mehr als glatt sollen sie werden.

drucken: Latos Köpfe und „das Projekt ohne Namen“ warten schon.

verorten: ich muss wieder eins werden mit den Räumen, dann wird es was.

herumschlendern: gehen, gehen, schauen, schauen, die anderen besuchen, im Gehen einfach die Gedanken schweifen lassen und den Raum mit allem, was mich da so anspringt, begreifen.

sitzen: am Fenster und in den Hof schauen.

Kaffee trinken: was sonst.

(Juergen, heute, nach ein paar Stunden im  >>> Atelier „Zelle k5“ <<<,  mal ohne Buchalov)

 

 

Die vagabundierenden Kriterien

HipstamaticPhoto-509279013.344489 (1).jpg

Heute habe ich Juergen mal wieder dabei „erwischt,“ dass er in seinem kleinen Sessel vor der Wand im Atelier „Zelle k5“saß und schaute. Manchmal umkreist er auch seinen Tisch, auf dem dann einige der Werke liegen, zum Beispiel diese ur- alte Radierung, und schaut und schaut. Er sei dann immer dabei herauszufinden, was er sehe, ob es trage, ob die Bilder stark seien, welche Bedeutung sie transportieren würden, ob sich Absichten und Ergebnis decken würden. So was halt.

Er habe natürlich Kriterien im Kopf darüber, was ihm zusage, was nicht. Das Problem sei, dass diese Kriterien sich im Laufe der Zeit immer wieder ändern würden – vagabundierende Kriterien halt.

Buchalov